Gräfelfing als Lebensmittelpunkt gestalten: jugendgerecht, kulturell, europäisch
Gräfelfing ist eine attraktive Gemeinde: kurze Wege, starkes Gewerbe und Ein- zelhandel, natürliche Naherholungsräume bei gleichzeitiger Nähe zur Stadt.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass diese Attraktivität auch in einer sich rasch wandelnden Zeit aufrecht erhalten bleibt. So kann Gräfelfing auch noch für künf- tige Generationen lebenswert sein. Dafür braucht es aber Mut für neue Ideen. Denn Gräfelfing kann mehr – mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität, mehr mo- derne Verkehrspolitik, mehr zukunftsfähige Energieversorgung, mehr attraktives Kulturprogramm und mehr Familienfreundlichkeit. Für all das steht GRÜNE Poli- tik in Gräfelfing.
Gartenstadt ökologisch und nachbarschaftlich gestalten
Gerade in einem urbanen Großraum ist es wichtig Lebensräume für die Artenvielfalt zu bewahren. Im Sinne der Klimaanpassung und des Hitzeschutzes ermöglichen diese Maßnahmen zudem, ein lebenswertes Gräfelfing zu erhalten. Daher werden wir uns dafür einsetzen, den Baumschutz durch Verordnungen und Bebauungspläne systematisch zu stärken. Es gilt zudem, naturnahe Grünflächen zu erhalten und Entsiegelungen vorzunehmen.
Dies bedeutet auch, die Gewerbegebiete innerhalb der jetzigen ausreichenden Ausdehnung zu belassen. Neue und gleichzeitig bezahlbare Wohnungen sollten in erster Linie in der Nähe der Ortszentren entstehen, um in Gräfelfing Arbeitenden kurze Wege zur Arbeitsstelle zu ermöglichen. Maßnahmen der Ortsentwicklung sollen zudem Räume für Kinder und Jugendliche, inklusive Maßnahmen und sichere Schulwege beinhalten.
Bahnhofstraße entsprechend dem Mobilitätskonzept umsetzen
Gräfelfing hat ein Mobilitätskonzept. Es wurde mit intensiver Bürgerbeteiligung erarbeitet, ist gut durchdacht und bereits verabschiedet. Nun muss es dringend umgesetzt werden.
Wir GRÜNE setzen uns entsprechend diesem Konzept dafür ein, dass die Bahn- hofstraße künftig eine erhöhte Aufenthaltsqualität aufweist: Plätze zum Verwei- len und Sitzgelegenheiten und damit Raum für Begegnung und ein zwangloses Zusammenkommen.
Die Bahnhofstraße soll eine Flaniermeile werden, die sowohl dem Fußverkehr als auch dem Radverkehr ausreichend Platz gibt, sodass sich alle sicher fühlen.
und sich gerne dort aufhalten. Grüne Oasen, schattenspendende Bäume und Schanigärten werden die Bahnhofstraße zu einem starken Ortszentrum machen. Dies nützt auch dem örtlichen Einzelhandel und der Gastronomie.
Zukunftsweisende Energiepolitik voranbringen – mehr Tempo in der Geothermie
Gräfelfing hat sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2040 Treibhausgas-Neutralität zu erreichen. Um dieses Ziel einhalten zu können, sind weitere Anstrengungen nötig.
Zu einer zukunftsweisenden Energiepolitik für Gräfelfing gehört die Wärme- wende mit erneuerbaren Energien.
So sollen private PV- oder Solarthermie-Installationen auf Dächern und in der Freifläche durch Genehmigungen und Förderung unterstützt werden und selbst- verständlich auch gemeindliche Objekte entsprechend ausgestattet werden.
Die in Gräfelfing nutzbare Tiefengeothermie ist eine regenerative Wärmequelle, deren Nutzung sehr einfach und kostengünstig ist. Wir GRÜNE in Gräfelfing ste- hen dafür ein, dass die Erschließung der Geothermie und der Ausbau des Wär- menetzes in Gräfelfing endlich beschleunigt wird. Die Wärmebereitstellung durch Geothermie für Heizung, Trinkwarmwasser und Kühlung ist gleichzeitig eine Wertschöpfung vor Ort. Hinzu kommen Freiflächen-Solarthermie sowie Ge- wässer- und erdgekoppelte Wärmepumpen.
Um langfristig die Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz für das Geothermie- Wärmenetz zu erhöhen, ist eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbargemein- den erforderlich.
Mit Bus und Rad bequem und sicher zur U-Bahn Martinsried
Die neue U-Bahnstation in Martinsried eröffnet eine schnelle Alternative ins U- Bahnnetz und das gesamte Stadtgebiet – schneller und zuverlässiger als die stö- rungsanfällige S-Bahn.
Wir wollen deshalb die Radverbindungen zur U-Bahn auf geeigneten winterfes- ten Wegen abseits des Kraftfahrzeugverkehrs ausbauen.
Wir setzen uns für ein umfassendes Busnetz ein, das direkte und schnelle Ver- bindungen zu den U-Bahnen in Martinsried und Großhadern schafft bzw.
verbessert. Es gilt die hier lebende und arbeitende Bevölkerung aus allen Orts- teilen Gräfelfings also auch aus Lochham, der Heitmeier-Siedlung und dem Ge- werbegebiet mit einer zuverlässigen ÖPNV-Anbindung zu versorgen.
Damit Busse während der Stoßzeiten nicht im allgemeinen Autoverkehr stecken- bleiben, wollen wir funkgesteuerte Vorrangschaltungen für Busse an den Am- peln einführen, wie sie bereits z.B. im Stadtgebiet München erfolgreich einge- setzt werden.
Auf die Mogelpackung „Entlastungsstraße“ verzichten
Immer wieder wird die längst überholte Idee einer sogenannten „Entlastungs- straße“ ins Spiel gebracht. Das Bürgerbegehren 2013 hat sich eindeutig gegen ein solches Projekt entschieden, der Kreistag hat das Konstrukt 2019 ebenfalls abgelehnt.
Es ist belegt, dass durch neue Straßen mehr Verkehr angezogen wird. So wäre der vorgesehene neue Autobahnanschluss attraktiv für Verkehr von und nach Aubing sowie das neu entstandene Quartier in Freiham.
Durch einen neuen Autobahnanschluss wären im Würmtal somit mehr Autos unterwegs. Zu Stoßzeiten würde der Verkehr auf das Ortszentrum von Gräfelfing ausweichen. Wir GRÜNE in Gräfelfing wollen zusätzlichen Durchgangsverkehr vermeiden, der durch diesen Bau zwangsläufig entstehen würde.
Hinzu kommt, dass die überflüssige Trasse nicht nur weiteren Verkehr anzieht, sondern zusätzlich würden für ihren Bau auch wertvolle Naturräume (mindes- tens 1.000 Bäume im Bannwald) und Biotope geopfert werden.
Regionale Baustoffwirtschaft nachhaltig gestalten
Es steht außer Frage, dass Kies als regionaler Rohstoff für die Bauwirtschaft be- nötigt wird. Die ungebremste Auskiesung unserer Bannwälder im Würmtal ist je- doch weder nachhaltig noch rechtens. Dies wird immer wieder vor Gericht be- stätigt. Es ist nun an der Zeit, zusammen mit den Naturschutz- und Wirtschafts- verbänden, eine von den GRÜNEN seit Jahren vorgeschlagene einvernehmliche und langfristige Lösung zu finden.
Wir fordern eine nachhaltige Transformation unserer regionalen Baustoffwirt- schaft. Diese umfasst weiterhin kurze Transportwege, neue Auskiesung nur noch unter geeigneten landwirtschaftlichen Flächen. Wir setzen uns darüber hinaus ein für eine sinnvolle Nachnutzung von ausgebeuteten Kiesgruben und
mehr Einsatz von nachhaltigen Baustoffen sowie den Ausbau von Baustoffrecyc- ling.
Heitmeiersiedlung fuß- und radfreundlich an die Ortsmitte anbinden
Wir GRÜNE in Gräfelfing wollen die abgeschnittene Heitmeiersiedlung besser mit unseren anderen Ortsteilen verbinden. Dazu sollte im Bereich der Elektro- marktkreuzung eine zeitgemäße, oberirdische und gleichberechtigte Überque- rungsmöglichkeit für zu Fuß Gehende und Radfahrende gebaut werden, die für alle, insbesondere für unsere Schulkinder, sicherer ist. Die dafür vorliegende de- taillierte Planung sollte umgesetzt werden.
Transparenzstandards wie in anderen Gemeinden ermöglichen
Klare und bürgernahe Prozesse sowie transparente Abläufe stärken das Ver- trauen der Bürgerinnen und Bürger in die kommunale Politik. In den meisten Gemeinden sind sie bereits Standard.
Ein wesentlicher Schritt zur Förderung der direkten Bürgerbeteiligung ist die Ein- führung einer Sprechzeit für Bürgerinnen und Bürger unmittelbar vor den Ge- meinderatssitzungen – beispielsweise in den ersten 15 Minuten.
Darüber hinaus müssen die Prinzipien der Öffentlichkeit und Zugänglichkeit kon- sequent angewendet werden. Dies bedeutet, dass Sitzungen maximal möglich öffentlich stattfinden sollten und die dazugehörigen Sitzungsunterlagen zugäng- lich gemacht werden sollten.
Zudem sollten die Tagesordnungspunkte der nicht-öffentlichen Sitzungen in all- gemeiner Form bekannt gegeben werden. So können die Bürgerinnen und Bür- ger darüber informiert werden, welche Themen in der nicht-öffentlichen Sitzung behandelt werden. Dies beugt Spekulationen vor, schafft Vertrauen und zeigt, dass auch in diesem Bereich ein hohes Maß an Offenheit angestrebt wird.
Gräfelfing als Lebensmittelpunkt gestalten: jugendgerecht, kulturell, europäisch
Wir GRÜNE wollen Gräfelfing als unseren kulturellen Lebensmittelpunkt noch at- traktiver machen. Dafür gibt es viele Ideen und Potential.
Wir setzen uns ein für ein lebendiges Kulturprogramm in Gräfelfing: mit Bühnen für lokale Kunstschaffende, Vereine und Musikschulen.
Leerstände könnten als Pop-Up-Galerien oder Zwischennutzung für Gastrono- mie, kleine Konzerte und Lesungen genutzt werden. Zudem müssen wieder Räume für Ateliers und Proberäume für lokale Künstler und Künstlerinnen ge- schaffen werden.
Langfristig ist eine Partnerschaft mit anderen europäischen Gemeinden anzu- streben. Durch Austausch im privaten oder wirtschaftlichen Bereich wird die De- mokratie in Europa gestärkt und das Kulturprogramm durch internationale Inspiration bereichert.
Weitere Ideen für die Zukunft können von einem Jugendparlament mit echtem Mitspracherecht oder einem Bürgerrat „Gartenstadt 2030“ entwickelt werden.

